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6 Wege zu verantwortungsvollem KI-Prompting beim Lernen

Studierende sind unsicher, wie sie KI zum Lernen nutzen sollen. Mit unserem neuesten, von Lehrkräften erstellten Video können Lehrkräfte ihnen konkrete KI-Prompting-Techniken vermitteln.

Patti West-Smith
Patti West-Smith
20 Jahre Erfahrung im Bildungsbereich; Senior Director, Customer Engagement
Turnitin

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Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste in Kürze

1. KI-Prompts zur Unterstützung des Lernens sind strukturierte Anweisungen, die KI als „Denkpartner“ einsetzen: Sie bieten schrittweise Lernunterstützung, fördern kritisches Denken und ermöglichen iteratives Feedback, statt fertige Texte zu erstellen.

2. Studierende sind unsicher, wie sie KI zum Lernen nutzen sollen. Lehrkräfte können ihnen konkrete KI-Prompting-Techniken vermitteln.

3. Erfahren Sie mehr über Turnitin Clarity und darüber, wie sich gut formulierte Prompts und ein KI-Assistent mit Leitplanken in den Unterricht integrieren lassen.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich am 26. Februar 2026 veröffentlicht und aktualisiert, um die neuesten Empfehlungen und den aktuellen Kontext abzubilden.

Warum ist KI-Prompting im Jahr 2026 eine entscheidende Fähigkeit für Studierende?

Gut formulierte Prompts können KI zu einem hilfreichen Werkzeug für Lernen und kritisches Denken machen. Vielen Studierenden fehlt jedoch die nötige Sicherheit im Umgang mit diesen Tools oder die KI-Kompetenz, um sie wirksam zu nutzen.

Erkenntnisse des Digital Education Council (2026) zeigen, dass Studierende KI mit erheblicher Unsicherheit begegnen:

    • 57 % der Studierenden berichten, dass sie nicht ausreichend dazu angeleitet werden, ob und wie KI bei Studienarbeiten und Prüfungen eingesetzt werden kann.
    • 66 % der Studierenden befürchten, dass der Einsatz von KI das Lernen zu oberflächlich machen und kritisches Denken sowie Kreativität hemmen könnte.

Neue Erkenntnisse der OECD aus dem Jahr 2026 bestätigen jedoch, dass KI in der Bildung als leistungsstarker Tutor wirken kann, wenn Prompts richtig gestaltet sind.

Studierende, die eine als Tutor konzipierte KI-Version nutzten, die Hinweise und schrittweise Unterstützung statt direkter Antworten bietet, verbesserten ihre Leistung bei Übungsaufgaben um bis zu 127 %. Das zeigt das Potenzial von KI, schnelleres Feedback und angeleitetes Üben zu ermöglichen. (Bastani et al. 2024)

Lehrkräfte stehen damit vor einer neuen Aufgabe: wirksames Prompting zu vermitteln.

Wenn Studierende lernen, KI-Prompts zur Unterstützung ihres Lernens zu formulieren, lernen sie zugleich, KI als Denkpartner zu nutzen. So können sie die Produktivität von morgen nutzen, ohne das kritische Denken von heute zu opfern.

Hier sind sechs weiterführende Tipps, mit denen Sie Studierende dabei unterstützen können, KI-Prompts für das Lernen zu formulieren und KI als Denkpartner zu nutzen:

1. Wie können Studierende KI für individuelle Unterstützung nutzen?

Richtig eingesetzt kann KI individuelle Begleitung bieten: Sie hilft Studierenden, ihr Arbeitspensum zu strukturieren, ihr Verständnis zu überprüfen und Ideen weiterzuentwickeln, ohne die Eigenständigkeit ihres Denkens und Lernens zu beeinträchtigen.

Warum das hilft: KI fördert die aktive Auseinandersetzung mit dem Lernstoff und reduziert zugleich die Versuchung, Denkarbeit an die KI auszulagern. Das unterstützt eigenständige Leistung und akademische Integrität.

Wann es sinnvoll ist: Zu Beginn einer Aufgabe, in der Planungs- und Überarbeitungsphase oder wenn Studierende unsicher sind, wie KI ihr Lernen auf ethisch vertretbare Weise unterstützen kann.

So gehen Sie vor: Zeigen Sie anhand von Beispiel-Prompts, wie KI lernorientiert eingesetzt werden kann, zum Beispiel:

    • Planung: „Am [Datum] steht eine Prüfungsleistung an. Erstelle einen Lernplan, mit dem ich die wichtigsten Themen abdecken kann.“
    • Konzeptverständnis: „Hier ist meine Erklärung zu [Thema]. Prüfe, ob sie Ungenauigkeiten oder Missverständnisse enthält“ oder
      • „Stell mir drei Fragen zu [Thema], um mein Verständnis zu überprüfen.“
    • Selbsteinschätzung: „Ich habe diese Arbeit zu [Thema] geschrieben. Ohne meinen Text umzuschreiben: Zeige mir inhaltliche Lücken, unklare Argumente oder fehlende Belege auf.“

2. Wie können Studierende mit ihren KI-Prompts Grenzen setzen?

Wenn Studierende einen gängigen generativen KI-Chatbot nutzen, können sie klare Grenzen setzen, indem sie die KI ausdrücklich anweisen, Anleitung und Erklärungen statt vollständiger Arbeiten zu liefern. Klare Grenzen helfen, unbeabsichtigte Regelverstöße zu vermeiden, und verringern das Risiko, sich zu stark auf KI-generierte Inhalte zu verlassen.

Warum das hilft: Viele KI-Systeme sind so stark darauf ausgerichtet, „hilfreich“ zu sein, dass sie ohne gegenteilige Anweisung Entwürfe für ganze Arbeiten erstellen. Das kann es Studierenden erschweren, bei einer ethischen, lernorientierten Nutzung zu bleiben.

Wann es sinnvoll ist: Bevor Studierende KI für Studienarbeiten oder Prüfungen einsetzen und immer dann, wenn Bedenken wegen einer zu starken Abhängigkeit oder unangemessener Nutzung entstehen.

So gehen Sie vor: Zeigen Sie Formulierungen, mit denen Studierende klare Grenzen setzen können, zum Beispiel:

    • „Mein Ziel ist es, dieses Thema besser zu verstehen – nicht, dass du die Arbeit für mich schreibst. Bitte verfasse keinen Teil meiner Arbeit. Erkläre mir stattdessen die wichtigsten Konzepte und häufigsten Missverständnisse und schlage seriöse Quellen vor.“

3. Warum sind Kontext und Präzision bei KI-Prompts von Studierenden wichtig?

Ohne Kontext liefern KI-Tools standardmäßig allgemeine Antworten, die in Detailtiefe, Ton oder Relevanz unpassend sein können. Studierende können Kontext schaffen, indem sie ihre Lernziele, ihr Studienniveau, die Zielgruppe und das gewünschte Ausgabeformat angeben.

Warum das hilft: Mehr Kontext führt zu gezielteren und relevanteren Ergebnissen. So erhalten Studierende Informationen, die zu ihrem Lernniveau und ihren Bedürfnissen passen.

Wann es sinnvoll ist: Kontextbezogene Prompts sind bei jeder Interaktion mit KI sinnvoll – ebenso, wenn KI-Prompting als Lernkompetenz eingeführt wird.

So gehen Sie vor: Zeigen Sie, wie präzisere Angaben die Ergebnisse verbessern.

Zum Beispiel:

    • „Ich bin im zweiten Jahr meines Bachelorstudiums in Englischer Literatur. Finde Verweise auf Alcatraz in der modernen amerikanischen Literatur und ordne sie nach Themen.“
    • „Ich studiere Geografie im Bachelor und schreibe einen Bericht über den Tourismus in Kalifornien. Finde aktuelle Besucherzahlen für Alcatraz und stelle sie als Tabelle dar.“

4. Was ist sequenzielles Prompting beim Lernen?

Beim sequenziellen Prompting wird generative KI als dialogorientiertes Werkzeug genutzt statt als einmaliger Antwortgenerator. Studierende führen einen fortlaufenden Dialog und nutzen Folgefragen, um erste Antworten zu präzisieren, zu hinterfragen oder zu vertiefen, während sich ihr Verständnis weiterentwickelt.

Warum das hilft: Diese iterative Interaktion fördert eine intensivere Auseinandersetzung, unterstützt individuelle Lernwege und stärkt kritisches Denken, weil Studierende KI-Antworten bewerten und darauf aufbauen. Zugleich stärkt sie die Metakognition, da Studierende ihr eigenes Wissen reflektieren und überlegen, wie sie Wissenslücken schließen können.

Wann es sinnvoll ist: Studierende sollten sequenzielles Prompting nutzen, wenn sie komplexe Themen erkunden, Argumente entwickeln oder sich in einer frühen Recherchephase befinden.

So gehen Sie vor: Ermutigen Sie Studierende, Folgefragen zu stellen.

Zum Beispiel:

    • Erster Prompt: „Ich studiere Geschichte im Bachelor. Gib mir eine Zusammenfassung der wichtigsten Faktoren der Russischen Revolution, damit ich mich mit dem Thema vertraut machen kann.“
    • Folge-Prompts:
      • „Warum war ‚Frieden, Land und Brot‘ ein erfolgreicher Slogan für die Bolschewiki?“ oder
      • „Welche Rolle spielten die Bauern in der Revolution?“

5. Wie hilft rollenbasiertes Prompting Studierenden?

Rollenbasiertes Prompting (auch Persona-Prompting) weist die KI an, eine bestimmte Rolle, einen Beruf, eine Altersgruppe oder eine Perspektive einzunehmen. Dadurch verändern sich Inhalt und Ton der Antworten. Studierende können so Erkenntnisse gewinnen, die zielgruppengerecht, kontextsensibel und an realen Situationen orientiert sind.

Warum das hilft: Rollenbasiertes Prompting hilft Studierenden, über abstraktes Wissen hinauszudenken und zu überlegen, wie Informationen in praktischen, beruflichen oder zwischenmenschlichen Kontexten angewendet werden können.

Wann es sinnvoll ist: Studierende sollten rollenbasiertes Prompting bei praxisorientierten Lernaufgaben, in der Berufsvorbereitung oder dann nutzen, wenn sie Ideen auf eine bestimmte Zielgruppe zuschneiden müssen.

So gehen Sie vor: Nutzen Sie Beispiele wie diese:

    • Wer Medizin studiert, könnte fragen: „Stell dir vor, du bist ein 75-jähriger Mann mit Symptomen eines Herzinfarkts. Warum könntest du zögern, ärztliche Hilfe zu suchen?“
    • Eine angehende Lehrkraft könnte fragen: „Stell dir vor, du bist sechs Jahre alt und gehst zur Schule. Welche Fragen würdest du dir wünschen, dass dir eine neue angehende Lehrkraft beim ersten Kennenlernen stellt?“
    • Wer BWL studiert, könnte sagen: „Stell dir vor, du bist CFO eines Tech-Start-ups mit 25 Beschäftigten. Was sind die größten Herausforderungen, vor denen dein Unternehmen gerade steht?“

6. Warum müssen Studierende KI-Antworten überprüfen und kritisch hinterfragen?

KI generiert Inhalte auf Basis von Wahrscheinlichkeiten statt auf Grundlage von Verständnis. Deshalb können Antworten Ungenauigkeiten, Verzerrungen oder erfundene Quellen enthalten. Studierende müssen lernen, KI-Antworten durch Quellenprüfung, Verifizierung und Reflexion kritisch zu hinterfragen.

Warum das hilft: Der kritische Umgang mit KI stärkt Recherchekompetenz, Informationskompetenz und eine gesunde Skepsis – allesamt wesentlich für akademische Integrität und selbstständiges Lernen.

Wann es sinnvoll ist: Studierende sollten KI-Antworten immer auf Fakten prüfen, besonders bei recherchebasierten Aufgaben, bei der Bewertung von Quellen oder wenn sie sich auf KI-generierte Erklärungen stützen.

So gehen Sie vor: Geben Sie aufeinander aufbauende Prompts vor, die zur Überprüfung früherer KI-Antworten anregen, zum Beispiel:

    • „Liste die verwendeten Quellen mit Autor, Titel und Jahr auf.“
    • „Gib exakte Zitate mit Seitenzahlen an.“
    • „Prüfe deine Antwort auf mögliche Verzerrungen und benenne fehlende Perspektiven.“

Wie unterstützt Turnitin verantwortungsvolles KI-Prompting beim Lernen?

Turnitin unterstützt verantwortungsvolles KI-Prompting beim Lernen mit Turnitin Clarity. Die Lösung bietet Lehrkräften vollständigen Einblick in den gesamten Schreibprozess der Studierenden sowie einen von Lehrkräften gesteuerten KI-Assistenten mit Leitplanken.

    • Turnitin Clarity erfasst den vollständigen Chatverlauf mit seinem KI-Assistenten. So können Lehrkräfte nachvollziehen, ob Studierende Prompts zur strukturierten Lernunterstützung, zum kritischen Hinterfragen oder für allgemeineres Feedback genutzt haben.
    • Der KI-Assistent in Turnitin Clarity ist darauf ausgelegt, Studierende zu unterstützen, und weigert sich, ganze Arbeiten zu schreiben. So bleibt die Hauptautorenschaft bei den Studierenden, während sie zugleich lernen und üben, klare Grenzen zu setzen, die sie auch bei anderen KI-Tools anwenden können.
    • Der Writing Report von Turnitin Clarity macht sichtbar, wie Studierende ihre Prompts verfeinert und ihren Text auf Grundlage des KI-Feedbacks überarbeitet haben. So wird der „Aufwand“ hinter der Aufgabe nachvollziehbar.

Über die Autorin

Patti West-Smith leitet als Senior Director of Customer Engagement unser Customer-Engagement-Team. Bevor sie zu Turnitin kam, war Patti 19 Jahre lang in US-amerikanischen Schulbezirken in unterschiedlichsten Funktionen tätig – unter anderem als Lehrerin, Schulleiterin und Lehrplanverantwortliche. Parallel arbeitete sie an Projekten zur Entwicklung von Lehrplänen und Prüfungen auf lokaler, bundesstaatlicher und nationaler Ebene. Darüber hinaus lehrte Patti als Lehrbeauftragte an der Salisbury University im Lehramtsprogramm und war als unabhängige Beraterin für professionelle Weiterbildung tätig. Sie hat Abschlüsse in Pädagogik, Literacy und Leadership und ist außerdem als Superintendentin zertifiziert.

Seit ihrem Wechsel zu Turnitin vor zehn Jahren entwickelt Patti weiterhin Inhalte und Weiterbildungsangebote, die Lehrkräfte weltweit dabei unterstützen, pädagogische Ansätze zu verstehen und die Produkte und Dienste von Turnitin einzusetzen – auch vor dem Hintergrund der sich wandelnden Auswirkungen generativer KI-Tools. Darüber hinaus setzt sie sich bei Turnitin mit großem Engagement für die Bedürfnisse von Lehrkräften und Studierenden ein. Gemeinsam mit Dr. John Hattie hat sie Forschungsarbeiten zur Wirkung von Feedback mitverfasst.

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